Wenn dir der Begriff endokrine Disruptoren in letzter Zeit überall begegnet, ist das kein Zufall.
Es handelt sich weder um einen Trend noch um ein neues Marketing-Schlagwort. Das Thema wird seit Jahren wissenschaftlich untersucht – und erreicht nun unseren Alltag, weil immer mehr Menschen verstehen möchten, was in den Produkten steckt, die sie täglich verwenden.
In diesem Beitrag erklären wir dir alles verständlich und ohne Panikmache:
-
was endokrine Disruptoren sind
-
warum sie aktuell so viel Aufmerksamkeit bekommen
-
warum viele nicht verboten sind
-
wie du sie in einem INCI erkennst
-
und was du realistisch tun kannst, um deine Exposition zu reduzieren
Was sind endokrine Disruptoren?
Endokrine Disruptoren sind chemische Stoffe, die in das hormonelle System des Körpers eingreifen können.
Unser Hormonsystem steuert unter anderem:
-
Wachstum
-
Stoffwechsel
-
Fruchtbarkeit
-
Stimmung
-
Schlaf
Bestimmte Substanzen können Hormone nachahmen, blockieren oder deren Wirkung verändern.
Das Problem ist meist kein sofortiger Effekt, sondern die langfristige, wiederholte Exposition, besonders durch Produkte, die wir täglich nutzen.
Warum wird gerade jetzt so viel darüber gesprochen?
Dafür gibt es drei zentrale Gründe.
1. Die Wissenschaft ist weiter
Heute wissen wir deutlich mehr über die Langzeitfolgen einer chronischen Exposition, selbst bei niedrigen Dosen — etwas, das vor 20 Jahren kaum messbar war.
2. Unsere Exposition ist vielfältig
Wir sind nicht nur einer Substanz ausgesetzt, sondern Kombinationen ausgesetzt:
Kosmetik, Reinigungsmittel, Verpackungen, Textilien, Duftstoffe.
Dieses sogenannte Cocktail-Effekt steht zunehmend im Fokus.
3. Der Wunsch nach Transparenz wächst
Tools wie Yuka haben Informationen sichtbar gemacht, die früher hinter schwer verständlichen INCI-Listen verborgen waren.
👉 Unsere ehrliche Einschätzung zu Yuka: sinnvoll nutzen statt blind vertrauen
Warum sind sie also nicht verboten, wenn sie problematisch sind?
Eine berechtigte Frage.
In Europa wird ein Inhaltsstoff nicht automatisch verboten, nur weil er diskutiert wird.
Für ein Verbot braucht es:
-
belastbare wissenschaftliche Beweise
-
regulatorischen Konsens
-
Risikobewertungen basierend auf Anwendung, Dosis und Exposition
Viele Inhaltsstoffe sind daher unter bestimmten Grenzwerten erlaubt, auch wenn die wissenschaftliche Diskussion weiterläuft.
Das bedeutet:
Ein Inhaltsstoff kann legal sein —
und trotzdem nicht zu einem vorsorglichen Pflegeansatz passen.
Bei Nuniq warten wir deshalb nicht auf ein offizielles Verbot, wenn ein Inhaltsstoff nicht mit unseren Werten vereinbar ist.
Darum gibt es unsere Blacklist.
👉 Unsere Blacklist: Inhaltsstoffe, die wir bewusst nicht verwenden
Wo kommen endokrine Disruptoren vor?
Nicht nur in Kosmetik, aber auch dort.
Häufige Beispiele sind:
-
bestimmte Konservierungsstoffe
-
chemische UV-Filter
-
synthetische Duftstoffe
-
Weichmacher aus Verpackungen
Deshalb geht es bei cleanen Routinen nicht um ein einzelnes Produkt, sondern um das Gesamtbild dessen, was wir täglich verwenden.
Wie du endokrine Disruptoren im INCI erkennst (ohne Chemie-Studium)
Du musst kein Experte sein.
Ein paar einfache Hinweise helfen schon weiter.
1. Auf typische Endungen achten
Zum Beispiel Inhaltsstoffe mit:
-
-paraben
-
-phthalat
(Nicht alle wirken gleich, aber es ist ein guter Einstieg.)
2. Analyse-Tools nutzen
Apps wie Yuka helfen dabei:
-
umstrittene Inhaltsstoffe zu erkennen
-
ihre Bewertung besser zu verstehen
-
Produkte zu vergleichen
Nicht perfekt, aber hilfreich, um bewusster zu wählen.
3. Duftstoffe hinterfragen
Duftstoffe sind einer der intransparentesten Bereiche in der Kosmetik.
Deshalb setzt Nuniq auf 100 % natürlich gewonnene Duftstoffe und erklärt offen, wie sie entstehen.
👉 Natürliche vs. synthetische Duftstoffe: was du wissen solltest
Was kannst du realistisch tun?
Es geht nicht darum, Angst zu haben oder alles auf einmal zu ändern.
Schon kleine Schritte helfen:
-
weniger Produkte verwenden
-
einfachere Formulierungen wählen
-
transparente Marken bevorzugen
-
bei den Alltagsprodukten anfangen
Weniger Produkte.
Cleanere Formeln.
Bessere Gewohnheiten.
Zusammengefasst
Endokrine Disruptoren sind kein neues Thema, aber endlich wird offen darüber gesprochen.
Nicht alles, was erlaubt ist, ist automatisch die beste Wahl.
Und nicht jede Veränderung muss radikal sein.
Wichtig ist, bewusster zu wählen — informiert, ohne Schuldgefühle.
Und wenn es dir hilft, jetzt zu starten, sind wir da 🤍

